Sailing
Unser Erster Segeltörn (in German)

Am samstag dem 17.8.1999 machten wir vier uns auf zu unserem ersten segeltörn im long island sound. Zunächst hatten wir uns (bewaffnet mit schwimmwesten und proviant) per launch boat zu einer der Mercury jollen rausbringen lassen. Als wir dann das mainsail (das gross segel) und das jib (die fock) oben hatten, erfasste eine leichte windböhe das boot und brachte es in eine leichte schräglage. Fuer die kids kam das völlig unerwartet und sie bekamen einen mächtigen schreck. Ricco wollte sofort wieder an land und auch Tim war das herz in die hose gerutscht. Hätten wir nachgegeben, hätten sich unsere zwei in den nächsten jahren wohl nicht wieder an bord gewagt. So machten wir trotz heftiger proteste los und stachen in see. Es wehte ein frischer wind und wir konnten ganz gut fahrt machen - ich stellte fest, dass ich auch ohne instruktor an bord das boot gut im griff habe.

Unsere zwei fingen derweil bei jeder welle an zu wehklagen. "We are first-timers and not used to this" jammerte Tim und Ricco sank immer tiefer ins boot hinein. Schliesslich legte er sich halb unter das kleine deck ueber dem vorschiff. Wellen - so sagte Tim - machen ihm nichts aus aber wenn das boot wegen des winds schräg liegt bekommt er angst, dass es umfaellt und er unter dem rumpf eingeschlossen wird. Ich erklärte, dass eine jolle wegen des segels und des kiels nicht ganz durchkentern kann, das beruhigte ihn etwas. So verging die erste stunde.

Schliesslich stand Ricco wieder auf. Er hatte sich im liegen total entspand, fand es schliesslich sogar ganz gemütlich da unten und war nun neugierig, was sich bei uns oben so abspielt. Und siehe da, plötzlich waren die wellen ganz interessant: wenn sie uns klatschend entgegenkamen rief Ricco "Monday - Tuesday -Wednesday - ..." im rythmus der wogen - er sagte er hätte das von Opa Fritz - so wuerden rauhe landungen kommentiert. Nun wurden auch die manöver interessant. Tim und Ricco uebernahmen je ein jib sheet (dass sind die leinen an der fock). Auf kommando "ready to tack?" - "ready!" - "tacking!!" wurde die eine losgemacht und die andere angezogen um das jib auf die andere seite zu bekommen. Tim war immer noch etwas angespannt, wurde aber immer gesprächiger und begann schliesslich ueber "controlled jibes" (kontrollierte halsen) zu fachsimpeln. Die stimmung erreichte einen vorläufigen höhepunkt, als wir eine grössere jacht lee-seitig überholten und ihr dabei den wind nahmen.

Nach drei stunden navigierten wir dann wieder in den hafen und machten mit einem eleganten manöver wieder an der moring fest. Dabei musste Ke vorne im boot stehen und die moring an der wir festmachen wollen aus dem wasser holen. Das boot muss rechtwinklig heransegeln und im richtigen moment in den wind drehen, sodass es genau an der moring zum stillstand kommt. Ricco wollte sofort wieder lossegeln, Tim hielt sich das noch offen.

So kam unsere segelpartie nach anfänglichen problemen noch zu einem guten ende. Manchmal muss man unsere zwei eben einfach zu ihrem glueck zwingen.

PS: wie man an den bildern sieht, geniessen die kids das segeln inzwischen durchaus. An unserem letzten törn im oktober 1999 übernahmen beide zeitweise den tiller (das ruder), Tim steuerte uns sogar bis zur moring, die er genau im richtigen winkel traf. Ich hoffe, dass beide nächstes jahr richtig segeln lernen.